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Prinz Genji 2
 

 

 

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...Beim wundervollen Glanz des leicht bewölkten Mondes wehte- eben hatte es zu regnen aufgehört- sanft der Wind und ließ einen herrlichen Blütenduft durch die Lüfte schweben. 
Ihm gesellte sich in den Palasträumen der unsagbar feine Duft des Räucherwerkes zu und schuf eine zaubervolle Stimmung...

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...Seht Genji, wie er tanzt: In richtigem Takt zu dem unbeschreiblich schönen Flötenspiel hörte sich der Kiefernwind wie ein Brausen aus den tiefen Bergen an. Mitten aus den bunt durcheinander wehenden Blättern erhob sich glanzvoll der Tanz...

 

Dies sind Auszüge aus dem "Genji-monogatari", dem Roman über den "leuchtenden Prinzen" Genji in dem der frauenumschwärmte Prinz die Herzen der Hofdamen betört. Über die Verfasserin, Murasaki Shikibu, die als die größte japanische Schriftstellerin gilt, ist nur wenig bekannt. 

Murasaki Shikibu stammte aus dem adligen Haus der Fujiwara. Ihr Geburtsjahr steht genji4.jpg (80951 Byte) nicht fest, vermutlich 978. Schon als Mädchen fiel sie durch besondere Klugheit auf, und ihr Vater soll, wie sie in ihrem Tagebuch schreibt, es einmal bedauert haben, dass Sie kein Knabe war. Zu Murasakis Lebzeiten erreichten die Fujiwara den Gipfel ihrer Macht: Fujiwara Michinaga, der Vater von drei Kaiserinnen und Großvater von vier Kaisern hat in einem berühmten Gedicht seinen Glanz mit dem des weithin strahlenden Mondes verglichen. Neben der Machtmanipulation, widmeten sich die Fujiwara aber auch der Dichtung, Malerei und Wissenschaft.
Murasaki erhielt eine gediegene Ausbildung. Nach kurzer Ehe, der Ehemann verstarb früh, zog Murasaki  sich zurück, begann am Genji-Roman zu schreiben. Als sie, vermutlich im Jahre 1007, von der neunzehjährigen Kaiserin Akiko als Hofdame aufgenommen wurde, waren Teile des Genji-Romanes wohl schon fertig und kursierten am Hofe. Wegen ihrer außerordentlichen Belesenheit war sie am Hofe sehr geschätzt; doch sie wurde auch sehr viel beneidet, und sie scheint sich im Palast nicht sehr wohl gefühlt zu haben. Ab 1013 fehlt jede Spur von ihr, sie starb vielleicht schon im darauffolgenden Jahr, bis zu ihrem Tod im Dienst der seit 1011 verwitweten Kaiserin.

Das sind die wenigen Daten, die über Murasaki Shikibu bekannt sind. Ihr Roman über den Prinzen Genji aber wurde zum japanischen Nationalepos schlechthin. Mehr als 10.000 Bücher wurden über dieses Werk geschrieben; dabei sind Aufsätze, Monographien, Dissertationen nicht mitgezählt. Es gab adlige Familien, die sich ausschließlich der Erforschung des Genji-Romans widmeten. Akademien wurden eingerichtet, die sich der Pflege des Romans hingaben. Im 14. Jahrhundert ließ es sich eine kaiserliche Nebenlinie angelegen sein, ihr Hofzeremoniell nach dem Genji zu gestalten. Die Geschichte vom Prinzen Genji bestand ursprünglich aus 54 Büchern, die separat gebunden waren . Die Handlung zieht sich über mehr als drei Viertel eines Jahrhunderts hin und umfasst vier Generationen. Es treten, nicht gezählt die Boten, Bediensteten und namenlosen Arbeiter, etwa 430 Charaktere auf. Die meisten von ihnen sind miteinander verwandt. 
 

 

 

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Stand: 25. März 2011