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Prinz Genji 4
 

 

 

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Prinz Genji
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Die erstaunlichste Form allerdings, durch die Ausschweifung und Unschicklichkeitgenjigarten.jpg (37961 Byte) gebändigt wurden, ist die Art, wie die Männer und Frauen in Kommunikation eintreten. Da gehen ständig Briefe hin und her, in denen man sich auf höchstem literarischen Niveau bewegt - und bemängelt es sogleich wenn ein Teilnehmer diese Ebene nicht ganz erreicht. Man spricht zueinander in eigenen Gedichten, zitiert bekannte Poeme- einige davon sind uns unbekannt geblieben- , verbleibt aber immer im Reich der Anspielungen und indirekter Signale, spricht "durch die Blume" und "in Blumen". Genji an und über die kleine Murasaki:

Zur Abendstunde sah ich, wenn auch nur unklar, eine herrliche Blüte, und so hub ich, dem Nebel gleich, mich nur ungern von dannen.

 

In dieser Umgebung des Müßiggangs, ist es eine Selbstverständlichkeit für Genji,  bevor er ein Gedicht an eine seiner Frauen schreibt, einen ganzen Tag dazu zu verwenden das zu ihr passende Papier auszusuchen. 
Er ist ein tanzender, dichtender, malender, liebender Prinz. 

 

Den Roman durchziehen zwiespältige Gefühle. Einerseits Ausbildung, Hege und Pflege einer hochkultivierten Lebensstimmung, in der Sprache und Kunst zu voller Blüte gelangen, andererseits das Wissen um die Vergänglichkeit allen Seins. Eine artifiziell höfische Lebenskunst verknüpft sich mit dem vom Buddhismus inspirierten Wissen um Flüchtigkeit und Hinfälligkeit allen Lebens. So schreibt Ukifune im 51. Kapitel:

Mehr als der Schnee,
der in wirren Flocken fällt
und am Ufer gefriert,
werde ich, hilflos im Raume,
wohl bald erloschen sein.

Und Murasaki:

"In blindem Gram ließ ich die Tage vorbeigehen, 
und nun verebbt zugleich mit dem Jahr mein eigenes Leben."

Unüberhörbar durchtönt die kunstvolle Darstellung der spätzeitlichen, nur dem Schönen, der Musik, der Dichtung und der Liebe hingegeben Hofgesellschaft die Idee der Vergänglichkeit alles Irdischen. Geschildert wird eine Endzeit, und Murasaki wundert sich immer wieder, daß eine so zaubervolle Persönlichkeit wie die Genjis in einer so wertlosen Zeit auf Erden erschienen sei.

Quellen:  Die Geschichte vom Prinzen Genji übersetzt von Oscar Benl, Manesse Bibliothek der Weltliteratur
              "Lausch' ich dem Winde" - Der japanische Genji-Roman, Rolf Beyer SWF2   

 

 

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Stand: 25. März 2011